Neue Schülertische entstehen

Anfangs des neuen Schuljahres im September machten sich die drei Schülerinnen und die drei Schüler der 7. Klasse zusammen mit Heinz Fischer ans Erstellen ihrer persönlichen Tische. Zuerst wurden die Pläne studiert, der Massstab 1:10 erklärt und alle Werkzeuge auf französisch und arabisch aufgelistet.

         

Dann ging es um das Sortieren des bestellten Holzmaterials und der Werkzeuge.

  

 

 

 

 

 

Die sorgfältige Bedienung der Maschinen erfolgte unter genauer Aufsicht des Lehrmeisters und musste nachher geübt werden. Am vierten Tag war es so weit, dass die Tische standen und die Materialboxen eingepasst werden konnten.

     

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Besuch bei einem der Dorfschreiner in Tabant war für alle ein Erlebnis. Der Handwerker erklärte seine multifunktionelle Maschine und wies immer wieder auf die Sicherheitsaspekte und die einzuhaltende Ordnung hin. Also nicht nur in der Schule, sondern auch im Berufsalltag gibt es klare Regeln!

 

 

Wieder in der eigenen Werkstatt entwarf jedes vier Muster, wie es seinen Tisch bemalen wollte. Zur Verfügung standen die vier Berberfarben rot, blau, grün und gelb. Schwarz und weiss waren für Linien und Namen zu verwenden.

Und alle Resultat lassen sich sehen!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die stolze Gruppe mit ihrem Lehrer Heinz Fischer:

Und wir kommen wieder!

Unsere Reise nach Marokko an die école vivante im Herbst 2016

Bericht von Isabelle und Daniel Saluz

Ihr reist JETZT nach Marokko? Mit den vier Kindern? Ja. Und wieder waren wir überwältigt, welch wunderbaren Eindrücke wir nach Hause nehmen durften. Unsere Kinder haben sich auf der ganzen Reise pudelwohl gefühlt. Die Menschen in diesem Land begegnen uns stets mit Offenheit, Respekt und Freude. Wir fühlen uns sicher und willkommen. Und wir kommen wieder!

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Einige Kinder warten bereits auf dem Schulplatz vor der école vivante, bis die Mittagspause vorbei ist. Es ist still in der warmen Herbstsonne und wir atmen die frische marokkanische Bergluft tief ein. Vor zwei Jahren waren wir hier in diesem abgelegenen Tal für ein ganzes Jahr zu Hause, und wir sind es auch jetzt noch in unseren Herzen.

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Berührend und bewegend ist unsere Rückkehr hierher. Ein herzlicher Empfang unten bei den Mandelbäumen und schon sind wir wieder ganz eingetaucht. Daniel, mein Mann, zeigt einigen Kindern der Schule ein Rhythmus-Klatschspiel. Alle beginnen sofort eifrig zu üben. Unsere eigenen vier Kinder finden sich urplötzlich im Spiel um den Fussball, zwischen den Bäumen und auf der selbst kreierten Schaukel. Waren wir einmal weg?

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Die ersten Collège-Schüler des campus vivant’e zeigen uns stolz das neue Schulgebäude. Nach sechs Jahren Grundschule an der école vivante haben alle 6.-Klässler im Sommer die staatliche Abschlussprüfung bestanden. Die neuen Räume sind grosszügig, hell und im traditionellen Lehmbau erstellt. Die Einrichtung des Collèges ermöglicht es, hier auch praktisch zu arbeiten. Dazu werden in den nächsten drei Jahren immer wieder Berufsexperten in verschiedenen Projekten mit den Collège-Schülern und -Schülerinnen arbeiten.

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Salam aleikum! Wie schön ist es, unsere Freunde, das Lehrerteam an der Schule zu sehen. Ein Händedruck, eine Umarmung, ein kurzes Gespräch und wir erleben gerade jetzt den interkulturellen Austausch, von dem alle Welt gerade redet. Eine Begegnung von Mensch zu Mensch. Obgleich unsere Freunde einen anderen Glauben leben, eine andere Kultur zelebrieren und in einer anderen Sprache kommunizieren, sind wir uns doch so nahe.

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In der Basisstufe bei den Kleinsten wird ganz selbstverständlich in Gebärdensprache unterrichtet. Drei Kinder mit Hörbehinderung können so aktiv am Schulleben teilnehmen. Mit einer unglaublichen Leichtigkeit übernehmen alle Kinder diese Zeichensprache. Die Lehrpersonen haben diese für sie vierte oder sogar fünfte Fremdsprache innert kürzester Zeit von einer Praktikantin erlernt und setzen sie mutig in der Schule ein.

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In der dritten bis zur sechsten Klasse wird stufenübergreifend und individuell gelernt. Jedes Kind hat seinen Arbeitsplatz. Zum Morgengebet und für Inputs von Lehrpersonen trifft man sich im Kreis. Eifrige Betriebsamkeit herrscht in diesen Schulräumen und in der Bibliothek, wenn jedes Kind danach an seinen Lernzielen arbeitet.

Das Gelände rund um die école vivante wächst und gedeiht, so wie jede Lehrperson, jedes Kind und alle Beteiligten dieses Projektes wachsen und gedeihen. Es ist für uns sehr eindrücklich, die Entwicklung am Campus Vivant’e zu verfolgen und zu begleiten. Dafür sind wir dankbar. Die Rückreise unserer Zeitreise saugen wir noch einmal mit allen Sinnen auf. Farben, Formen, Düfte. Natur in ihrer schönsten Form. Marokko und das Tal der Glücklichen tragen wir in uns. Die Welt ist unser Zuhause.

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